Real Talk.

Random thoughts von Marius.

#whatsonyourfeet Teil 1

by Marius Schäfer

 

Sneakerholics,

seit Jahren, mittlerweile Jahrzehnten, gehören Sneaker zum NBA Zirkus wie Fische ins Wasser. Anfänglich als reiner Gebrauchsgegenstand ohne SchnickSchnack, sind aus Basketballsneakern Lifestyle Produkte für den Alltag geworden. Manchmal scheint es, der Sneaker habe das alte „mein Haus, mein Auto, mein Boot“ als Statussymbol zusammen mit iPhone,  Facebook Likes & Instagram Followern für die Generation X & Y abgelöst. Waren es früher (und ab 30+ darf man das sagen) vor allem Musiker wie Run DMC die Sneaker zu Ihrem Markenzeichen gemacht haben, sind es spätestens seit MJ vor allem Sportstars die ihre eigenen Sneaker Kollektionen als Marketingtool nutzen, um auch abseits von Trikotverkäufen einen Platz im Kleiderschrank der Fans zu bekommen. Das gilt natürlich sowohl für die NBA als auch Fußball. Der Produktlaunch eines Sneakers wird dabei gefeiert wie eine Filmpremiere! Es gibt Trailer, Werbespots, Big Screens und Kollektionen in allen Farben und Formen. Soweit. So Übertrieben. Ich selbst bin seit mehreren Jahren großer Fan dieser Kultur und werde daher ab und zu hier meine All Time Favorites vorstellen.  Einziges Kriterium ist, dass sie zu irgendeinem Zeitpunkt auf dem Court getragen worden sind - Lieblinge wie der Adidas Superstar OG fehlen daher hier.  Dafür gibt es vielleicht bald einen eigenen Teil. Den Anfang machen nun 3 Sneaker aus der Jordan Collection – dem eben erwähnten Anfang des Monster-Hypes im Basketball.

 

Jordan I OG „Notorious“ aus 1984/1985


Glücklicherweise kann ich den ersten MJ seit 2 Jahren mein Eigen nennen. Ausschlaggebend für den Platz in der Liste ist dabei zum einen die Historie (63 Punkte gegen Larry Bird, Slam Dunk Contest 1985), zum anderen selbstverständlich das Design. Eine dicke Zunge wie es sich für einen High Top gehört - schwarz & rot in Leder für die Connection zur #23 der Bulls, sowie das alte (heute Retro) Jordan Sign am oberen Teil. Alles angelehnt an die älteren Dunks. Pure Beauty. Die Legende besagt, dass Michael aufgrund der"uniformity of uniform rule" der NBA $5.000 pro Spiel Strafe bezahlen musste, weil der Schuh nicht zu den Kleidungsregeln der Liga passte. Selbstverständlich war Nike als Mutterfirma der Jordan Brand gerne bereit das auf sich zu nehmen – die Schuhe wurden vom einen auf den anderen Tag Cool. Rebellisch. Hip - wie der Spot hier im Link (directed by Spike Lee) zeigt. This one made history … und brachte den Sneaker Hype so richtig ins Rollen. Unvorstellbar, dass der Neupreis damals bei ca. 50€ lag. Heute müsst ihr deutlich tiefer in die Tasche greifen – wenn ihr ihn überhaupt noch in der Originalversion bekommt.


Jordan XI „Concorde - Class Act“ aus 1995/1996


Finalserie Chicago ggn. Utah. Für viele der schönste Schuh der Jordan Serie. Lackoptik, Leder, Textil und Gummi sehr aufwendig miteinander kombiniert. Vielleicht sieht man die Schönheit daher noch immer vereinzelt über die Courts der Liga schweben. Anders als beim Jordan I wurde das Logo über die Jahre modifiziert und zeitgemäß angepasst. Es findet sich am XI nur noch als Jumpman an der Zunge. Basierend auf dem „Concorde-white“ in 1995 wurde das Modell von Nike dann auch für die Folgesaison noch einmal aufgelegt, da Michael von den Prototypen so begeistert war. Womit? Mit recht! Neben dem Court erlangte der Sneaker außerdem in Space Jam weltweite Berühmtheit. Marketing ist alles! Diese, wie auch der XII kommen beide aus der Feder von Nikes Design Guru Tinker Hatfield. Neben den Jordan Klassikern ist er u.a. verantwortlich für den Air Max 1, den aktuell der ein oder andere von euch sicherlich den den Füßen haben wird.


Jordan XII „The Dynasty Continues“ aus 1996/1997


Inspiriert durch die Japanische “Rising Sun” Flagge und als Erster mit der Nike Zoom Air Technik erhielt dieser Sneaker seine Berühmtheit vor allem durch das legendäre „Flu-Game“. Ob Michael damals wirklich Grippe hatte, oder wie man munkelt von einem seiner Zocker Trips mit Kater aufs Spielfeld gewankt kam, spielt hier keine Rolle. Designtechnisch super clean besticht der Schuh vor allem durch die klar abgegrenzte black/white Kombi mit den goldenen Details oben an den Schnürsenkeln. So wie auch schon beim XI war Jordan nicht der Einzige der den Schuh auf dem Court gerockt hat. Damals war es vor allem Teamkollege Scottie Pippen, der die neue Technik dann unter anderem für seinen ersten Signature Schuh verwendet hat. Heute sieht man ebenfalls fast alle Jordan Brand Spieler noch ab und zu darin spielen. Aktuell bekommt ihr das Schmuckstück eigentlich nur noch über ebay, oder in der ab 2003 aufgelegten Retro Version. Die von Jordan auch oft getragene und beliebteste Farbkombi abseits des sw-looks ist schwarz und rot in Anlehnung an die Old School One‘s der Reihe.

 

 

In Teil 2 der Sneaker Serie gehen wir noch ein paar Jahre weiter zurück und schauen was u.a. Dr. J an den Füßen hatte. Stay tuned..



All photos courtesy of Nike & Jordan

Ein offener Brief an Phil Jackson, President of Basketball Operations New York Knicks.

by Marius Schäfer

 

 

Sehr geehrter Mr. Jackson,


wie unter Sportlern so üblich nehme ich mir raus Sie im Folgenden zu duzen. Hoffe das ist in Ordnung. Stör ich gerade? Ich hoffe schon. Ich hoffe du erstickst in Arbeit! Ich hoffe dir bluten beide Ohren von den vielen Telefonaten mit anderen Teams der Liga. Ich hoffe du schläfst so schlecht wie ich in Gedanken an diese Saison, wälzt dich im Schlaf wenn der Name Andrea Bargnani durch deine Träume geistert und wachst schweißgebadet auf wenn unser Hallensprecher den Namen Travis Wear als Starter für die New York Knicks announced.

 

Ich sag dir wie es ist, ich werde den Brief hier nutzen um meinem Ärger Luft zu machen. Ärger der sich seit Jahren angestaut hat und nun hier kanalisiert wird. Ein großer Teil meines Grolls richtet sich gar nicht unbedingt gegen dich, vielmehr gegen die Organisation selbst, gegen unseren geisteskranken Owner, gegen Spieler, gegen das Umfeld, gegen dieses Team. Da du aber nun in dem ganzen Sauhaufen den Hut auf hast - und dafür mehr Schmerzensgeld bekommst als jemand der bei McDonalds auf einer Bananenschale ausrutscht - bekommst du es ab.


Es ist müßig noch einmal über die Fehler der jüngeren Vergangenheit zu reden. Die meisten sind nicht von dir verantwortet worden und vor allem nicht mehr zu ändern. Ich werde also nicht davon reden, dass wir 2010 Amar’e für gefühlt 200 Jahre und $ 1 Mrd. gesigned haben obwohl alle Ärzte ihm schon in Phoenix Knie aus Knete bescheinigt haben. Ich werde nicht davon reden, dass wir Haus, Hof, eine Hypothek auf den Garden inkl. eines 1st. Round Picks mit Sahne und Streuseln obendrauf für Andrea Bargnani geopfert haben. Ich werde nicht davon reden, dass wir JR Smith vor seiner Knie OP einen fürstlichen Vertrag und dazu noch seinem untalentierten Bruder einen Platz im Team und auf dem Schoß von James Dolan versprochen haben. Phil, ich werde auch nicht davon reden, dass wir dir - dem erfolgreichsten NBA Coach aller Zeiten $ 60 Mio. zahlen um uns NICHT zu coachen. Das alles, Marbury, Isiah Thomas und vieles mehr habe ich hinter mir gelassen. Die Narben sind noch zu sehen, es tut aber nur noch nach ein paar Bier weh.


Worüber ich reden möchte ist alles was nach dem 30. Oktober 2014 passiert ist. Erinnerst du dich? Das war der Tag an dem LeBron sein Homecoming gefeiert hat. Der Tag an dem wir das zu dem Zeitpunkt vermeintliche All-Star Team aus Cleveland in deren eigener Halle geschlagen haben. Ich saß an dem Abend mit ein paar Freunden vor dem Fernseher, habe wie vor der letzten Saison Spott und Häme sowie die Angst vor einem All Time Spiels von James über mich ergehen lassen. Zugegeben, die Zeichen standen nicht gut. Calderon war verletzt, Larkins Zwergenkörper auf der 1, Tyson Chandler in Dallas und Derek Fisher mit so viel NBA Coaching Erfahrung wie meine Mom. Natürlich hatte niemand erwartet, dass Cleveland mit dem neu zusammengestellten Kader an dem Tag schon in Bestform auflaufen würde. Dennoch standen uns LeBron, Kevin Love und der frisch gekürte FIBA WM MVP Kyrie Irving gegenüber. Das hätte angesichts unseres Kaders um 4 Uhr morgens mit Fahne und ner Kippe im Mundwinkel für die Cavs zum Sieg über uns reichen müssen. Tat es aber nicht. Ich glaube ich habe in den letzten 12 Monaten nie so laut geschrien wie damals. Das gab Hoffnung. Wo ist das alles hin?


Phil, wir haben seitdem 4 Spiele gewonnen. 4 verschissene Spiele. Das schlechteste, peinlichste und rotzerbärmlichste Team der Liga. Warum nicht Minnesota oder Philadelphia ? Wir haben bis vergangenen Montag, als du JR und Shump gegen einen halbvollen Kasten Wasser ohne Kohlensäure nach Cleveland verschifft hast, versucht zu gewinnen. Die beiden nicht!

Ich verstehe durchaus was nun passieren muss und dass es keinen Sinn macht diese Saison zu retten. Wir haben nach X Jahren mal wieder die Chance auf einen Top 3 Pick und mehr Geld zum Shopping als Paris Hilton. Aber glaub mir, deswegen fühlt es sich nicht besser an! Wir spielen in der atemberaubendsten Arena der NBA – dem Mekka des Basketballs, im Herzen der aufregendsten Stadt der Welt. Wir sind das Team von Bernard King, Walt Frazier, Willis Reed, Patrick Ewing, Charles Oakley, dem John Starks Dunk und Earl „The Pearl“ Monroe. Wir sind die New York Knicks, eines der traditionsreichsten Teams der Liga. Wir sind Freiplatz Basketball, Hot Dogs und die 5 Boroughs. Wir sind verdammt nochmal mehr Brooklyn als es die Nets je sein werden!


Du hast jetzt die Möglichkeit einen Teil dessen wieder aufleben zu lassen. Ich verlange keine Championship, versteh mich nicht falsch. Es dauert Jahre, Glück und bedarf vieler Dinge die zusammenpassen um das zu schaffen. Wir stehen am Anfang bzw. liegen ganz unten. Was ich von dir verlange ist im Grunde recht wenig. Gib dem Team seine Würde zurück! Ein Neuanfang. Reinen Tisch. Es wird oft gemutmaßt, dass das in New York nicht möglich ist. Die Stadt will kurzfristigen Erfolg, schnelles Entertainment, Helden und die Bright Lights auf großer Bühne. Ich kenne die Stadt gut, bin aber kein New Yorker – von daher will und kann ich mir darüber kein Urteil bilden. Als Knicks Fan aber, kann ich dazu was sagen. Wenn du einen Plan hast, ein Konzept und eine Vision dann nimm dir die Zeit. Ob es Ein, Zwei oder Drei Jahre dauert spielt dabei keine Rolle. Das Warten dauert nun schon über 40 Jahre. Darauf kommt es nicht mehr an. Nicht Melo alleine, sondern eine funktionierende Gemeinschaft muss auf den Court. Wenn die Geschichte der NBA uns eins gelehrt hat, dann dass ein Team langfristig über eine Ansammlung von großen Namen triumphiert. Das war bei deinen 70er Knicks so, das war im letzten Juni bei den Spurs so. Wenn du das schaffst, mag es auch dauern, dann werden es dir die Knicks Fans mehr danken als die Lakers oder Bulls jeden deiner 11 Ringe!


Ich werde kommende Woche nach London reisen um das Team im Rahmen der NBA Global Games zu sehen. Die Reise steht schon seit Langem fest, und wahrscheinlich hätte ich Sie auch gebucht wenn ich gewusst hätte wo wir stehen. Love is Love. In dem Spiel habt ihr die Chance mir was zurückzugeben. Die langen Nächte vor dem League Pass, die Augenringe, das Gähnen im Büro, die ganze Scheiße! Wenn auch sonst nichts mehr zu holen ist, dann eben bitte nur dieses eine Spiel.


Vielleicht müssen wir Fans uns ja in 5 Jahren nicht mehr Dokus über die 70er Teams ansehen und wehmütig zurückblicken. Schreib ein weiteres mal Geschichte für die Knicks - oder, um es mit den Worten Spike Lee's zu sagen… Do the right thing!


 

Marius

 

 

 

Wenn's ums Geld geht: Warum die neue Generation von GMs mir den Spaß an der NBA nimmt. - by Ercan Koc

 

  1. Sportler haben häufig ein anderes Verständnis von Gehältern und Geld. So kam es 2005 ja unter anderem auch zu der berühmten Ablehnung eines 21 Millionen Dollar- Vertrages (für 3 Jahre) durch den damals 35-jährigen Lattrell Sprewell, der „eine Familie zu ernähren“ hatte, wofür die jährlich 7 Millionen anscheinend nicht ausreichten.[1]

Kevin McHale, damals General Manager der Timberwolves ließ Spreewell ziehen.

Manchmal schüttelt man als Otto-Normal-Mensch den Kopf, wenn man sich die Summen, die Spieler erhalten oder erhalten wollen vor Augen führt. Ist ein Sportler tatsächlich 15,20,25 Millionen im Jahr wert?

In der Finanzmaschinerie NBA scheint dies jedoch immer wieder der Fall zu sein. Trikot- und Ticketverkäufe, Erfolg, Marketing und mehr bringen das Geld anscheinend wieder ein. Manchmal.

Flops bei Vertragsunterzeichnungen sind in der Liga jedes Jahr zu bestaunen, selbst ohne Ex-T-Wolves Manager David Kahn, den seine Gehaltsrunden den Job kosteten.[2]

Doch solange wir noch Joe Dumars und Konsorten haben , haben wir eine Kopfschüttel- und Lachgarantie, wenn es um die Free Agency geht.

 

Ein Auszug aus den Worst Contracts?

 

Larry Sanders, Milwaukee , 5 Jahre, 48 Millionen Dollar.

Tyreke Evans, New Orleans, 4 Jahre, 44 Millionen Dollar.

OJ Mayo, Milwaukee, 3 Jahre, 24 Millionen Dollar.

Michael Beasley, Phoenix, 3 Jahre, 21 Millionen Dollar.

(Amnestied, aber bezahlt...)

Javale McGee, Denver, 4 Jahre, 44 Millionen Dollar.

Josh Smith, Detroit, 5 Jahre, 54 Millionen Dollar.

Kobe Bryant, L.A. Lakers, 3 Jahre, 79 Millionen Dollar.

Andrea Bargnani, New York, noch 1 Jahr, 12 Millionen Dollar.

Gerald Wallace, Boston, 3 Jahre, 30 Millionen Dollar.

Amare Stoudemire, New York, noch 1 Jahr, 23,4 Millionen Dollar.

 

New York zahlt jährlich über 35 Millionen Dollar an Bargnani, Stoudemire und das große Loch in der Defense, das die beiden Siebe mit sich bringen. Und da wundert man sich über die Nichtqualifikation für die Playoffs. Von den oben genannten Spielern haben insgesamt NULL in den Playoffs spielen dürfen...nehmen wir Beasleys Spot-Minutes mal raus.

 

Erkennt man da eine Regel?

Erfolg in der Liga kommt durch zweierlei Art von Salary-Management: Kräftig zahlen für Superstars oder klug wirtschaften und mit breitem Kader auflaufen.

Viele Teams gehen den ersten Weg und zahlen für Superstars wie Ben Gordon und Charlie Villanueva bis sie merken: ups, das sind ja keine Stars. Doch solange es Franchises gibt, die General Manager für solche Verträge und Verpflichtungen bezahlen...

 

Und da tauchen dann General Manager auf, die nachdenken....

 

  1. Auftritt der neuen Generation Ryan McDonough, Sam Presti und Rob Hennigan

 

Mit Sam Presti tauchte dann eine neue Generation an GMs auf, eine die ab und an mal nachdachte und Pläne nicht von Sonntag auf Montag sondern eher langfristig anlegte.

Presti schluckte die Pille mit den Seattle Supersonics/Oklahoma City Thunder Dauergast in der Draft-Lottery zu sein. Sicherlich: Die Nebenwirkungen machten die Schmerzen leichter. Portland schnappte den Thunder Greg Oden weg, so dass die Thunder „nur“ Kevin Durant erhielten. Dann noch Russell Westbrook und Serge Ibaka in den Folgejahren draften und voila: Ein Contender für die nächsten Jahre. OKC bediente sich dabei zweierlei Zutaten: Weitsicht des GMs und zugegebenermaßen viiiiiiel Glück. Denn man war nur einen Oden davon entfernt die nächsten Clippers (pre-Chris Paul) oder Minnesota Timberwolves zu werden. Doch statt Kahn und Presti in einem Atemzug zu nennen, wurde der GM der Thunder zum Vorbild der next generation. Nun tauchten die GMs auf, die Statistiken und Logik über das „Gefühl“ für die „richtigen“ Spieler stellten.[3]

 

Überhaupt, die Advanced Statistics in der NBA sind mittlerweile das Maß aller Dinge. Was ist wohl einer der Key-Stats über die offensive Bedeutung von Small Forwards? Der Corner Three. Soviele Spielzüge in der Liga basieren auf High Pick and Roll Sets, dass ein Flügelspieler, der regelmäßig Corner Threes trifft ein Spacing schafft, dass der Defense die „take your poison“ -Entscheidung überlässt: abrollenden Spieler stoppen und den Shooter freilassen oder keine Helpside und dann Dwight Howard, Blake Griffin und co. Das Ding stopfen lassen? Rashard Lewis durfte in Orlando als Stretch-Power Forward ebenso vom neuen Spacing profitieren wie Channing Frye in Phoenix, dazu gesellten sich dann die Shooter in den Ecken und frei war die Mitte für tödliche Pick and Roll-Combos wie Nash und Stoudemire (vor seiner „Rente“, zumindest dem sogenannten Einsatz nach...)

Orlandos GM Rob Hennigan hat in den letzten Jahren stark gedraftet und der GM der Suns, Ryan McDonough behauptet, dass er bis zu 500 Spieler pro Jahrgang live spielen sieht. In der Halle, nicht im TV!

Und das führt dazu, dass diese GMs relativ unbekannte Spieler zu wichtigen Puzzleteilen innerhalb ihrer Kader werden lassen. Andrew Nicholson und Tobias Harris in Orlando genauso wie Miles Plumlee oder Gerald Green in Phoenix, wobei letzterer immer wieder mal sein Potenzial andeutete. Aber wie heißt es so schön: circumstances make the star.

Und dabei wird immer wirtschaftlich gedacht, alles im Großen und Ganzen betrachtet: der Salary Cap ist der treue Begleiter des Denkens und der Ideen.

Neben dem krankhaft wirkenden Scouting und den Unmengen an Daten, die diese GMs sammeln, ist es vor allem das sogenannte „Asset collecting“, was in Mode gekommen ist. Trade alles weg, was dir im Moment nicht hilft, aber einem Contender helfen könnte und sammle soviele Picks und potenziell gute junge Spieler wie möglich. Und wann immer ein Star unzufrieden ist (siehe Kevin Love, James Harden,...) biete alle diese Assets im Trade an! Kleine NBA-Standorte, also alle außer L.A., New York und Chicago, mit Abstrichen Miami, Houston, Dallas, müssen mittlerweile diesen Weg gehen um an Superstars heranzukommen. In Zeiten der dicken Werbeverträge lohnt es sich für Superstars nicht wirklich in Atlanta, Milwaukee und Indiana zu spielen und dann „nur“ ca. 80 Millionen $ für 5 Jahre zu bekommen. Den dicken Reibach macht man durch Zusatzverträge mit Schuhherstellern, Sportwäschemarken oder auch Imbissketten. Und die kriegt man dann eher in den größeren Markets als in der Wüste von Phoenix oder den Sümpfen von Orlando.

Alternativ bleibt noch der eingangs erwähnte Presti-Weg um an Superstars zu kommen. Doch da spielt Fortuna die größte Rolle, denn für jeden Durant, Blake Griffin, Anthony Davis oder Kyrie Irving gibt es auch einen Michael Olowokandi, Andrea Bargnani oder Wesley Johnson.

 

Und trotz aller Beispiele für die neue Generation und die alte Garde der General Manager , vorrangig Ex-Spieler, wie Joe Dumars, gibt es auch Ausnahmen von der Regel.

Dennis Lindsey in San Antonio, ebenfalls ein recht kleiner Markt, hat seine eigenen Erfolgsrezepte.

Die Spurs haben es in den letzten Jahren geschafft durch viele perfekt passende Rollenspieler immer um den Titel mitzuspielen. Nun, man hatte Glück mit Duncan, Parker und Ginobili drei Stars  gedraftet zu haben (übrigens: Duncan No.1, Parker No.29, Ginobili No. 58) die treuer sind als puritanische Frauen des 17. Jahrhunderts, dennoch hat man es immer verstanden den drei Spielern junge Leute zur Seite zu stellen, die hungrig waren und das System von Greg Popovic auszufüllen.

Auch eine Leistung, die nicht jeder hinkriegt.

 

Nun geht eine spannende Offseason zuende. Diesmal haben wir relativ wenig an dummen Signings gehabt. Joe Dumars hat ja bereits letzte Saison seine Munition verschossen und mit Josh Smith einen Spieler geholt, der genau eine der beiden Position ausfüllt, auf der die Pistons ausnahmsweise ordentlich besetzt sind, nur um den jüngeren, besseren und charakterlich einfacheren Greg Monroe wahrscheinlich nächstes Jahr ziehen zu lassen.

Diesmal geht es sogar so weit, dass die Suns Eric Bledsoe, der eine bärenstarke Saison gespielt hat aber auch länger verletzt war, dennoch Stats gebracht hat, die in die Nähe eines Maximalvertrages kommen, eben diesen verweigern und ihn mit 48 Millionen für 4 Jahre „abspeisen“ wollen, genau der Betrag, den Kyle Lowry als ähnlicher Spielertyp von den Raptors erhalten hat. Doch Bledsoe will mehr. Ob er mehr kriegt, das weiß man nicht.

 

Dennoch ist es für den wirtschaftlich denkenden NBA-Fan erfreulich zu sehen, dass die Einigung nach dem Lockout zu mehr Vernunft bei den Teams geführt zu haben scheint.

Der sarkastisch und boshaft denkende NBA-Fan ist aber traurig über die mangelnde Kurzsichtigkeit der neuen GM-Generation.

 

 

[1]    Die 0 Dollar, die er anschließend aufgrund seiner Vertragslosigkeit erhielt waren da wohl hilfreicher.

[2]    Aber alles nicht so schmerzhaft, wenn man bedenkt, dass der vielleicht erfolgloseste GM der 2000er Jahre selbst Multimillionär ist.

[3]    Logik und Stats bringen dir Westbrook, Gefühl bringt dir Kwame Brown. Ask MJ!

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